Lektion 2
Der Plattstich
Mit dem Plattstich füllst du Flächen mit leuchtenden, satten Farben — das Herz vieler Stickbilder.
Der Plattstich ist der klassische Füllstich: parallele Fäden, dicht nebeneinander gelegt, bis eine Fläche vollständig bedeckt ist. Er sieht einfach aus — und ist er auch. Was ihn besonders macht, ist der samtartige Glanz, den gut ausgeführte Plattstiche auf dem Stoff entwickeln.
Blumenblätter, Blätter, Tiersilhouetten, geometrische Formen — der Plattstich eignet sich für all das. Je sorgfältiger du die Fäden parallel und gleichmäßig legst, desto schöner wirkt das Ergebnis.
Schritt für Schritt
Form umreißen (optional)
Zeichne die zu füllende Form mit einem wasserlöslichen Stift auf den Stoff. Das hilft, sauber zu arbeiten — besonders bei gebogenen Rändern.
Ersten Faden einziehen
Bring die Nadel von unten an einem Rand der Form heraus. Arbeite immer von einem Rand zum gegenüberliegenden.
Geraden Stich legen
Steche die Nadel direkt am gegenüberliegenden Rand der Form wieder ein — so entsteht ein langer, gerader Stich über die gesamte Breite der Fläche.
Parallel weitermachen
Bringe die Nadel unmittelbar neben dem ersten Einstich wieder nach oben und setze den nächsten Stich direkt daneben. Die Fäden sollen sich leicht berühren, ohne sich zu überlagern.
Bis zur Fläche füllen
Wiederhole, bis die gesamte Form ausgefüllt ist. Behalte die Richtung und Fadenspannung dabei so gleichmäßig wie möglich bei.
Richtung der Stiche
Du kannst Plattstiche in jede Richtung legen — horizontal, vertikal oder diagonal. Die Richtung beeinflusst, wie das Licht auf dem Garn reflektiert wird, und damit die Wirkung der Farbe. Experimentiere ruhig damit!
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Lücken zwischen den Fäden: Stiche etwas enger setzen oder
leicht mehr Fäden verwenden.
Wellen oder Unebenheiten: Gleichmäßigere Fadenspannung —
weder zu fest noch zu locker ziehen.
Unruhige Ränder: Forme zuerst einen sauberen Umrissrand mit dem
Rückstich, bevor du füllst.