Lektion 3
Der Knotenstich
Kleine Punkte mit dreidimensionaler Wirkung — als Blütenzentrum, Textur oder zarte Streupunkte.
Der Knotenstich — auch Französischer Knoten genannt — ist einer der charmantesten Stiche überhaupt. Er erzeugt einen kleinen, erhöhten Knoten auf dem Stoff, der wie ein winziger Perle aussieht. Als einzelner Punkt gesetzt, als Muster gestreut oder zu Haufen gruppiert: er gibt jedem Stickbild eine besondere Textur.
Ehrlich gesagt haben viele Anfängerinnen zunächst ein bisschen Mühe mit diesem Stich — aber sobald du ihn einmal verstanden hast, wirst du ihn überall einsetzen wollen. Versprochen.
Schritt für Schritt
Faden hochbringen
Bringe die Nadel von unten an der Stelle durch den Stoff, an der du den Knoten setzen möchtest. Halte den Faden mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand fest, etwa 5 cm über dem Stoff.
Faden um die Nadel wickeln
Führe die Nadelspitze nah an die Einstichstelle heran und wickle den Faden zweimal um die Nadel — fest, aber nicht zu eng. Mehr Wicklungen ergeben einen größeren Knoten.
Nadel einstechen
Steche die Nadel direkt neben (nicht in) das Loch, aus dem der Faden kommt. Einen Gewebefaden Abstand reicht. Das ist der häufigste Trickpunkt!
Faden festhalten und Nadel durchziehen
Halte die Wicklungen mit dem Daumen fest auf dem Stoff, während du die Nadel langsam und gleichmäßig durch den Stoff ziehst. Nicht rucken — sanft und stetig.
Knoten liegt fest
Der Knoten legt sich sauber auf den Stoff. Lass den Daumen erst los, wenn die Wicklungen wirklich auf dem Stoff aufsitzen — sonst zieht sich der Knoten durch.
Einsatzmöglichkeiten
Blütenzentren: Eine Handvoll Knoten als Herz einer Margerite oder Rose.
Beeren & Früchte: Dicht gesetzte Knoten ergeben wunderbar realistische Holunderdolden oder Himbeeren.
Augen: Ein einzelner Knoten als Auge in einem Tiermotiv — charmant und lebendig.
Flächen füllen: Viele Knoten eng nebeneinander ergeben eine wunderschöne, körnige Textur.