Der Grätenstich ahmt die natürliche Struktur eines Blattes nach — mit einer zentralen Linie und diagonalen Ästen, die abwechselnd links und rechts davon abgehen, genau wie bei einer Fischgräte oder einem Farnblatt.

Er klingt komplizierter als er ist. Sobald du das Wechselprinzip verstanden hast, geht es ganz von selbst — und das Ergebnis sieht beeindruckend lebendig aus.

Illustration Grätenstich — kommt bald

Schritt für Schritt

1

Mittelachse festlegen

Zeichne optional eine senkrechte Mittellinie auf deinen Stoff — das ist die Hauptader des Blatts, entlang der du arbeitest.

2

Starten — links oben

Bringe die Nadel am oberen Ende der Mittellinie heraus. Steche sie dann schräg links-unten an den Blattrand ein und komme auf der Mittellinie, einen kleinen Schritt tiefer, wieder heraus.

3

Zur rechten Seite wechseln

Steche nun schräg rechts-unten ein und komme wieder auf der Mittellinie heraus — knapp unterhalb des letzten Ausstichpunkts. Der Faden kreuzt dabei die Mitte leicht.

4

Abwechselnd wiederholen

Links — rechts — links — rechts. Immer abwechselnd, immer schräg zum Rand, immer auf der Mittelachse heraustreten. Die Stiche sollten sich auf der Mittellinie leicht überschneiden und eine saubere Naht bilden.

5

Blattspitze abschließen

Am Ende des Blatts werden die Stiche kürzer, bis sie sich zur Spitze hin zulaufen. Schließe mit einem letzten kleinen Stich an der Spitze ab.

Je enger die Stiche gesetzt sind, desto dichter und satter wirkt das Blatt. Je weiter sie auseinander liegen, desto offener und luftiger — wie ein Farn.

Was du damit sticken kannst

Blätter: Jede Art von länglichem Blatt — Efeu, Lorbeer, Weidenblatt.
Federn: Federmotive wirken mit dem Grätenstich sehr natürlich.
Weizenähren: Schmal und dicht gestickt entstehen wunderbare Getreideähren.
Fischgräten-Muster: Als reines Füllmuster in geometrischen Formen.

Probiere den Grätenstich in zwei Farben — je eine für die linke und rechte Seite. Das ergibt einen wunderschönen zweifarbigen Blatteffekt.